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Andacht zum Karfreitag 2020

Liebe Leserinnen, lieber Leser,

heute gibt es diesen ‚Eintrag hinter dem Eintrag‘. Der Karfreitag ist ein Tag wie kein anderer im Jahr. Daher lade ich euch ein, dass wir gemeinsam am Karfreitag eine Andacht feiern. Mein Vorschlag zur Gestaltung für euch: Holt euch dazu gern eine Kerze und zündet sie an. Wenn ihr wollt, stellt ihr euch auch einen Teller mit ein paar kleinen Stücken Schwarzbrot daneben. Und ein Glas mit Wein oder mit Traubensaft. Auf diese Weise können wir alle in einer Art ‚Erinnerungsmahl‘ gedanklich beieinander und im Herzen mit Christus selber verbunden sein.

Feiern wir unsere Karfreitagsandacht im Namen Gottes, der uns begegnet als Vater, als Sohn und als Heiliger Geist. Amen.

 

Lied: Zwischen Himmel und Erde

 

Wir beten …. HERR, unser Gott, der du das Leben bist, von dem alles kommt und auf den alles hingeht, wir denken heute an deinen Tod am Kreuz. In Jesus Christus bist du gestorben und damit den Weg des Todes gegangen. Was da geschehen ist und geschieht, ist ‚höher als alle Vernunft‘. Wir erfassen es mit unserem Verstand nicht. Nimm uns hinein in das Passionsgeschehen, HERR. Mach uns bereit dazu, auch das Schmerzliche an uns heranzulassen. Rede du, Herr. Amen.

 

Wir lesen vom Tod Jesu beim Evangelisten Markus den folgenden Bericht:  Die Soldaten nahmen Jesus mit in das Palast-Innere  – man nannte es ‚Prätorium‘ – und riefen die ganze Brigade zusammen. Sie hängten ihm einen Roten Fetzen um und drückten ihm eine Krone, die sie aus Dornengestrüpp gewunden hatten, auf den Kopf. Dann begannen sie, ihren Spott mit ihm zu treiben: „Heil dir, König der Juden!“ Sie schlugen ihn mit Knüppeln auf den Kopf, spuckten ihn an und knieten sich theatralisch vor ihm nieder, um sich über ihn lustig zu machen. Nachdem sie ihren Spaß gehabt hatten, rissen sie ihm das rote Tuch wieder herunter und zogen ihm sein Gewand an. Dann marschierten sie ab, um ihn ans Kreuz zu nageln.
Da kam zufällig ein Mann vorbei, der auf dem Heimweg von seiner Arbeit war. Er hieß Simon von Zyrene und war der Vater von Alexander und Rufus. Die Soldaten zwangen ihn, Jesus den Querbalken des Kreuzes nachzutragen.
Die Soldaten brachten Jesus nach Golgotha, einen Ort, dessen Name so viel wie ‚Ort des Schädels‘ bedeutet. Sie boten ihm ein Getränk – Wein mit Myrrhe gemischt – an, das die Schmerzen etwas lindern sollte, aber er wollte nichts davon nehmen. Da nagelten sie ihn ans Kreuz. Sie verteilten seine Kleider unter sich und würfelten darum, wer das Übergewand bekommen sollte.
Sie nagelten ihn gegen neun Uhr vormittags ans Kreuz. Der Grund seiner Verurteilung wurde auf eine Tafel geschrieben: „Der König der Juden.“ Mit ihm kreuzigten sie zwei Kriminelle, einen zu seiner Rechten, den anderen zu seiner Linken. Die Leute, die auf der Straße an dem Hinrichtungsort vorbeikamen, machten höhnische Bemerkungen, schüttelten ihren Kopf und spotteten: „Du hast doch damit angegeben, dass du den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen willst. Komm, zeig uns jetzt mal, was du kannst. Jetzt rette dich selbst! Wenn du wirklich Gottes Sohn bist, dann steig jetzt vom Kreuz herunter!“
Die Hohenpriester mischten sich zusammen mit den Schriftgelehrten unter die Spötter: „Andere hat er gerettet – bei ihm selbst scheint es nicht zu klappen. Das soll der Messias sein, der König Israels? Wenn er es ist, dann soll er jetzt vom Kreuz heruntersteigen. Dann werden wir alle seine Jünger werden!“ Sogar die Männer, die mit ihm gekreuzigt worden waren, verspotteten ihn.
Gegen Mittag verfinsterte sich der Himmel zusehends. Diese ungewöhnliche Finsternis dauerte drei Stunden. Gegen drei Uhr stöhnte Jesus auf und schrie laut: „Eloi, Eloi, lema sabachtani?“ Was so viel bedeutet wie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Einer der Umstehenden sagte: „Hört, er ruft Elija!“ Ein anderer lief schnell los, füllte einen Schwamm mit saurem Wein und gab ihn ihm zu trinken. Dabei rief er den anderen zu: „Wir wollen doch mal sehen, ob Elija kommt und ihn da herunterholt.“
Aber Jesus schrie noch einmal laut auf – dann atmete er nicht mehr. In diesem Augenblick riss im Tempel der Vorhang vor dem Allerheiligsten mitten auseinander. Als der römische Offizier, der die Wache bei der Exekution befehligte, sah, wie Jesus starb, bekannte er: „Dieser Mensch war Gottes Sohn.“

 

Blast die Kerze, die neben euch brennt, jetzt aus. Wie die Kerze erlischt, wird das Leben von Jesus ausgelöscht. Unter den hässlichen Begleitgeräuschen spöttischer oder höhnischer Bemerkungen. Eine feine Rauchfahne, die sich rasch auflöst. Der Docht, der noch einen Moment glimmt und dann schwarz und kalt wird – so geht es mit Jesus zu Ende.

 

Was bleibt, ist ein Leichnam, ein zerrissener Vorhang und Stille. Leere.

 

Mit Jesus sterben alle Hoffnungen, die die Menschen in ihn gesetzt haben: ein Fleckchen Erde zum Leben für jeden. Die Freiheit, sich das zum Leben Notwendige zu erwirtschaften und dann einfach ‚sein‘ dürfen. Im Frieden mit den früher streitsüchtigen Nachbarn leben können. Nicht durch hohe Steuern vom Staat – in dem Fall der römischen Besatzungsmacht – ausgepresst werden wie eine Zitrone. Eine gute Zukunft für die eigenen Kinder und die nächste Generation heraufziehen sehen. Sogar ein Hoffnungsschimmer im Blick auf den eigenen Tod haben – dass da noch etwas ganz anderes nachkommen könnte. Dass da so etwas wie ein ‚Penthouse im Himmel‘ auf einen warten könnte. Alles dahin. Verblutet und erstickt unter dem Hinrichtungs-Kommando der Römer. Angestachelt von einigen aus der geistlichen Elite des Jerusalemer Tempels. Leere ….

 

Wir beten ….. HERR, wir hören wie aus weiter Ferne, was Markus damals festgehalten hat. Wir sind schnell dabei, uns zu trösten mit dem, wovon er damals nichts gewusst hat: Dass der Tod nur das vorletzte Wort hatte. Aber das mutest du uns heute zu, dass wir das, was in diesem Kar-Freitag an Trauer und Schwere steckt, aushalten. Denn noch heute werden Menschen zu Unrecht gefangen genommen, gequält und hingerichtet. Auch heute durchleben Menschen in allen Teilen der Welt Todesängste. Du mutest uns zu, dass wir davor die Augen nicht verschließen. Was können wir darauf sagen, HERR? Was können wir tun? Wir weichen nicht aus, HERR. Das muss jetzt genügen. Amen.

 

Lied: Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin

Jesus, zu dir kann ich so kommen, wie ich bin. Du hast gesagt, dass jeder kommen darf. Ich muss dir nicht erst beweisen, dass ich besser werden kann. Was mich besser macht vor dir, das hast du längst am Kreuz getan. Und weil du mein Zögern siehst, streckst du mir deine Hände hin, und ich kann so zu dir kommen, wie ich bin.
Jesus, bei dir darf ich mich geben, wie ich bin. Ich muss nicht mehr als ehrlich sein vor dir. Ich muss nichts vor dir verbergen, der mich schon so lange kennt. Du siehst, was mich zu dir zieht, und auch, was mich von dir noch trennt. Und so leg ich Licht und Schatten meines Lebens vor dich hin, denn bei dir darf ich mich geben, wie ich bin.
Jesus, bei dir muss ich nicht bleiben, wie ich bin. Nimm fort, was mich und andere zerstört. Einen Menschen willst du aus mir machen, wie er dir gefällt, der ein Brief von deiner Hand ist, voller Liebe für die Welt. Du hast schon seit langer Zeit mit mir das Beste nur im Sinn. Darum muss ich nicht so bleiben, wie ich bin. Du hast schon seit langer Zeit für mich das Beste nur im Sinn. Darum muss ich nicht so bleiben, wie ich bin.

 

Wir haben von Gott als eine Richtschnur für unser Leben die zehn Gebote bekommen. Sie lauten wie folgt:

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir.

Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht unnütz gebrauchen.

Du sollst den Feiertag heiligen.

Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren.

Du sollst nicht töten.

Du sollst nicht ehebrechen.

Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh noch alles, was sein ist.

 

Jesus fasst den Willen Gottes für unser Leben im Dreifachgebot der Liebe zusammen: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.” Dies ist das höchste und größte Gebot. Das andere aber ist dem gleich: “Du sollst deinen Nächsten lieben – wie dich selbst.”

 

Schauen wir in ein paar Minuten der Stille auf unser Leben – und tun wir das im Licht des Dreifachgebotes der Liebe. Wo leuchtet dieses Licht schon durch? Wo dringt es bisher nicht hin – wo sind die ‚dunklen Flecke‘ unseres Lebens? (Stille Zeit ….)

 

In einem Beichtbekenntnis können wir die ‚dunklen Flecke‘ ansprechen und Gott bitten, dass er mit uns darauf schaut. Dass er uns entlastet und freispricht:

 

Barmherziger Gott, wir bekennen dir,

dass wir in Sünde gefangen sind und uns nicht selbst befreien können.

Wir haben uns immer wieder von Dir abgewandt

in dem, was wir denken, was wir sagen und was wir tun:

Wir haben dich nicht von ganzem Herzen geliebt.

Wir haben uns nicht um Andere gekümmert, die in Not sind.

Wir haben an uns selbst Raubbau getrieben.

 

Um Jesu Christi willen bitten wir dich: Hab Mitleid mit uns.

Vergib uns, wo wir schuldig geworden sind.

Verändere unser Herz und leite uns,

dass wir gerne tun, was du willst.

Zu deiner Ehre. Amen.

 

Und jetzt kommt die ermutigende Nachricht: Gott hat uns schon bei unserer Taufe versprochen, uns die Sünden zu vergeben und uns von der Macht des Bösen frei zu machen. Das sagt er uns heute neu zu:

Uns sind unsere Sünden vergeben. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied: Wunderbarer Hirt

 

Ihr seid jetzt zu einem kleinen ‚Erinnerungsmahl‘ eingeladen, euch euch ein Stück Brot von dem Teller zu nehmen, den ihr euch hergestellt habt, in Ruhe zu kauen, euch in Gedanken zur Freundesrunde um Jesus dazuzugesellen. Und dann, wenn ihr das Brot gegessen habt, nehmt ihr euch den Becher mit Wein oder Traubensaft. Und trinkt in Ruhe …und stellt euch dabei vor, dass ihr dazu gehört – in die Runde der Schwestern und Brüder unseres HERRN.

 

Zum Ende dieses kleinen Essens beten wir gemeinsam das Vaterunser.

 

Wir stellen uns unter den Segen Gottes: Der HERR segne uns und behüte uns. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden. Amen.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser, bleibt weiterhin behütet und bewahrt. Wir halten gemeinsam die Stille des Karfreitags und des Karsamstags aus. Am Ostersonntag werden wir gemeinsam das neue Leben feiern. Seid Gott befohlen.

Ihre/eure Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
10:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch:
11:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstag:
11:00 Uhr – 16:00 Uhr

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