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Osterandacht 2020

Meine Anregung: Stellt euch eine oder sogar mehrere Kerzen auf den Tisch. Zündet sie aber zunächst noch nicht an, legt euch die Streichhölzer nur bereit. Versetzt euch für einen Augenblick in folgende Situation: Es ist der Morgen nach dem Sabbat in Jerusalem. Die Stadt erwacht langsam. Man hört einzelne Hähne krähen. Irgendwo schreit ein Esel. Im ersten Licht des Tages huschen Frauen durch die Straßen von Jerusalem. Sie sind auf dem Weg zu den Gartengräbern am nordöstlichen Eck der Stadt, draußen vor der Stadtmauer.

Gebet: HERR, unser Gott und Vater, es geht uns in diesen Tagen ähnlich wie den Frauen damals. Wir sind verunsichert. Wir lernen Ängste kennen, die uns bisher fremd waren. Unser Leben ist ganz anders, als es bisher war. HERR, sprich du in unsere Situation hinein. Lass das, was die Frauen damals erfahren und dann weitergegeben haben, für uns an diesem Ostermorgen zum Lichtblick werden. HERR, wir bitten dich um deine Gegenwart. Amen.

Hört euch nun – das Stück dürfte ganz leise beginnen – das Taizé-Lied an, das uns aus unseren Osternächten in Sommersdorf so vertraut ist. Es ist ein gesungenes Gebet: „Im Dunkel unsrer Nacht entzünde das Feuer, das niemals verlöscht.“ Zündet während der Musik eure Kerzen an. Freut euch am warmen Licht. Und lest euch dann vor, was Lukas in seinem Evangelium festgehalten hat: „Kaum war der Sabbat vorüber, kamen die Frauen auch schon frühmorgens zum Grab und brachten alles mit, was sie für das Begräbnis vorbereitet hatten. Zu ihrer Verwunderung war der Stein vor dem Eingang weggerollt, sodass sie sofort in das Innere des Grabes eintreten konnten. Doch in dem Grab fanden sie keinen Leichnam mehr. Was sollten sie jetzt tun? Sie waren  völlig ratlos. Plötzlich standen zwei Männer in strahlenden Gewändern bei ihnen, Die Frauen wurden von Angst und Ehrfurcht gepackt. Tief beugten sie sich vor den Unbekannten nieder. Da sprachen die Männer sie an: „Warum sucht ihr den Lebenden unter den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden. Erinnert ihr euch daran, was er euch gesagt hat, als ihr noch in Galiläa wart? Er würde in die Hände gottloser Menschen ausgeliefert, müsste am Kreuz sterben, würde aber am dritten Tage auferstehen?“
Da fielen ihnen die Worte Jesu wieder ein. Sie verließen das Grab und berichteten alles sofort den Aposteln und den übrigen Jüngern. Unter diesen Frauen waren Maria Magdalena, Johanna, Maria,  die Mutter von Jakobus, und es waren noch andere Frauen in ihrer Begleitung. Obwohl sie alles haargenau erzählten, glaubten ihnen die anderen kein Wort. Sie hielten alles nur für Wichtigtuerei. Nur Petrus war bereit, das Gehörte zu überprüfen. Eilig lief er zum Grab und blickte sich darin im. Und tatsächlich fand der nur noch die Leintücher dort liegen. Kopfschüttelnd verließ er das Grab und fragte sich verwundert, was das alles zu bedeuten hatte.“ Die Freude, die sich im Freundeskreis von Jesus ganz langsam breit macht, schwingt auch im folgenden Lied. Ich lade euch ein, es euch anzuhören oder auch mitzusingen.

Lied: Auf, auf mein Herz mit Freuden (EG 112)
1) Auf, auf, mein Herz,
mit Freuden nimm wahr,
was heut geschieht;
wie kommt nach großem Leiden
nun ein so großes Licht!
Mein Heiland war gelegt
da, wo man uns hinträgt,
wenn von uns unser Geist
gen Himmel ist gereist.

2) Er war ins Grab gesenket,
der Feind trieb groß Geschrei;
eh er `s vermeint und denket,
ist Christus wieder frei
und ruft Viktoria,
schwingt fröhlich hier und da
sein Fähnlein als ein Held,
der Feld und Mut behält.

5) Ich hang und bleib auch hangen
an Christus als ein Glied;
wo mein Haupt durch ist gangen,
da nimmt er mich auch mit.
Er reißet durch den Tod,
durch Welt, durch Sünd, durch Not,
er reißet durch die Höll;
ich bin stets sein Gesell.

Ich möchte euch ein paar Gedanken zu den Liedversen mitgeben. Dieses „Auf, auf“, ein bisschen altmodisch für viele Ohren, sagt man dann zum anderen, wenn der zusammengesunken irgendwo sitzt oder erschöpft daliegt. Das tut mancher von uns in diesen Tagen. Wer von einer 10-Stunden-Pflegeschicht heimkommt, die er den fünften Tag in Folge geleistet hat, der sinkt daheim auf den nächsten Stuhl und denkt sich vielleicht: „Ich bin durch. Ich kann nicht mehr.“ Wer die fünfte Woche in Folge von Morgen bis Abend und auch in der Nacht allein ist und auf den Besuch der Enkel verzichten muss, der fühlt sich möglicherweise für Momente inzwischen richtig elend.
„Komm, schau mal …“ sagt uns da das Lied. „Es ist nicht alles zu spät. Auch wenn es sich jetzt furchtbar mühsam anfühlt. Gib nicht auf. Es kommen wieder andere Zeiten.“ Mit ein wenig Glück erleben wir ja in diesen Tagen auch kleine Lichtblicke: Ein Nachbar stellt einen süßen Ostergruß vor unsere Haustür. Wir bekommen einen fröhlichen Anruf aus der Verwandtschaft. Im Briefkasten liegt eine liebevoll beschriebene Postkarte für uns. Das sind Funken, die etwas von dem großen Lichtblick wiederspiegeln, der das Ostergeschehen in unserem Leben ist. Der Tod von Jesus hat diejenigen, die auf ihn furchtbar neidisch oder über ihn wütend waren, nur ganz kurz jubeln lassen. Nur wenige Tage hat es gedauert, bis das Leben die Oberhand gewonnen hat und der Tod unterlegen ist. Das Sterben wird – im dritten Lied-Vers ist das ausgedrückt – hier wie eine zweite Geburt verstanden. Mit seinem Tod geht Jesus aus diesem Leben in die Welt der Erlösten. Und wir, die wir an Jesus Christus hängen und unser Leben an ihm ausrichten, wir gehen da eines Tages mit. Jesus zieht uns durch den ‚Geburtskanal des Todes‘ mit sich in die Ewigkeit. Schwierige Zeiten jetzt sind ein kleines Abbild dieses Vorgangs. Wo wir heute durch mühsame Lebensphasen gehen, hilft uns nur das Vertrauen darauf, dass es auch wieder anders wird und das Licht am Ende des Tunnels unweigerlich kommt. Am Ende unseres Lebens, wenn kein irdisches „Das wird schon wieder!“ mehr greift, zieht Jesus uns mit sich ins ewige Leben. Das ist uns seit Ostern gewiss. Wenn wir „Gesellinnen und Gesellen“ von Jesus Christus bleiben, wenn wir seine Schüler und Freundinnen bleiben, wenn wir auf ihn zu hoffen wagen.

Lied: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen

Refrain: Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen,
was er dir Gutes getan hat, Seele vergiss es nicht. Amen.

Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn; meine Seele,
lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele.

Der meine Sünden vergeben hat,
der mich von Krankheit gesund gemacht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe, lobe den Herrn …..

Der mich im Leiden getröstet hat,
der meinen Mund wieder fröhlich macht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe, lobe den Herrn ….

Der mich vom Tode errettet hat,
der mich behütet bei Tag und Nacht,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe, lobe den Herrn,  …..

Der Erd‘ und Himmel zusammenhält,
unter sein göttliches Jawort stellt,
den will ich preisen mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen.

Lobe, lobe den Herrn, …

Ich bitte euch jetzt, dass ihr in eurem Fürbitt-Gebet all die Menschen vor Gott bringt, die euch am Herzen liegen. Und dass ihr dann, sei es in der Familie oder in der gedachten Gemeinschaft weltweit, das Vaterunser betet.

Wir stellen uns unter den Segen Gottes: Der HERR segne uns und behüte uns. Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden. Amen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser, sagt euch das heute immer wieder: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! Das ist Grund zur Freude.

Bleibt weiterhin behütet und bewahrt.

Ihre/eure Elfriede Bezold Löhr

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

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10:00 Uhr – 13:00 Uhr
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