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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 13

„Vier Tage? Sind es wirklich erst vier Tage, dass man nicht mehr machen kann, was man will?“ Wir haben heute beim Mittagsessen genau nachgezählt. Tatsächlich: Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag. Unglaublich. Wie  anders sich plötzlich ‚Zeit‘ anfühlt. Die Möglichkeiten, sich diese zu vertreiben, haben sich dramatisch reduziert. Gut, für diejenigen unter uns, die einige zeitintensive Hobbies wie einen oder zwei Hunde haben, die selbst Musik machen oder vielleicht noch in fortgeschrittenem Alter eine Fremdsprache für sich entdeckt haben und jetzt Zeit zum Lernen haben. Anspruchsvoll sind diese Wochen für diejenigen unter uns, die Kinder im Kindergartenalter oder im Grundschulalter haben. Da beginnt der Tag oft schon sehr früh – und wenn es dann endlich Zeit für den Nachwuchs ist, ins Bett zu gehen, atmen viele Erwachsene auf. Ob es ums ‚Bespaßen‘ oder um die Lernbegleitung geht – von 7 Uhr morgens (im guten Fall …) bis 20 Uhr abends für Kinder da zu sein, ist anstrengend. Es kann zur Belastungsprobe für die Eltern werden. Und auch zu einer Belastungsprobe für eine Ehe.
Nach meiner Wahrnehmung spüren das viele Leute und so kursieren in Zeitungen, Zeitschriften, im Radio und im Internet immer wieder auch Ideenbörsen, wie Erwachsene gut die Zeit mit ihren Kindern gestalten können. Doch was machen gegenwärtig alte Menschen? Leute, die tatsächlich allein leben? Für die das Gespräch im Blumenladen um die Ecke beim Stiefmütterchenkauf die willkommene Abwechslung war? Die sich jetzt nicht mehr, wie sie es jahrelang gewohnt waren, einmal in der Woche donnerstags zum Kaffeeklatsch reihum im Kreis der Freundinnen treffen können? Was bleibt jetzt alleinstehenden Männern, für die der sonntägliche Stammtisch der Lichtblick der Woche war?

Ich höre, dass in vielen Fällen jetzt Enkelkinder bei ihren Großeltern anrufen. Manche tun das sogar täglich. Das finde ich super. Ich denke mir, dass diese Telefonzeit etwas sehr Kostbares für die Großmütter und Großväter ist. Darüber hinaus erlebe ich auch, dass Kinder, die sonst ihre alten Eltern als sehr eigenständig kennen, jetzt viel häufiger anrufen und nachfragen, wie es den Senioren geht. Wir könnten in unseren Gemeinden auch ein bisschen Wärme um uns verbreiten, indem jeder von uns einmal täglich zum Hörer greift. Noch immer sind viele Telefonnummern im Telefonbuch zu finden oder übers Internet zu ermitteln – gerade die Festnetznummern älterer Menschen. Anrufen, nachfragen, wie sich der Alltag meistern lässt – mehr muss gar nicht sein. Wer sich mehr Zeit nehmen will, kann seine Hilfe für einen Botengang anbieten. Doch ich denke, dass allein das Signal „Ich denke an dich und möchte wissen, wie es dir gerade geht“ die meisten schon freut.

Besucht werden – das hat Menschen schon immer gut getan. Vor allem dann, wenn sie einsam waren oder sind. Im Neuen Testament nennt Jesus unter den Verhaltensweisen, mit denen wir einander einen Gefallen tun, auch diesen: „Ich bin im Gefängnis gewesen, und ihr seid zu mir gekommen.“ (Matthäus 25, Vers 36c). Ich weiß, dass die Senioren, an die ich denke, nicht im Gefängnis sind. Doch eine Wohnung, die ich bis auf weiteres nicht mehr verlassen soll, kann in diesen Tagen zum Gefängnis werden. Persönlich hinkommen zu den alten Leuten in unseren Dörfern – das dürfen wir jüngeren nicht. Doch das Telefon kann hier zum Segen werden. Meine Bitte an dich, an Sie: Greift bitte heute einmal zum Hörer. Ruft eine Frau oder einen Mann an, wo ihr wisst: Sie oder er lebt allein. Fünf Minuten. Diese fünf Minuten können das Herz eines anderen einen ganzen Tag lang wärmen. Ich danke euch.

Bleibt behütet und gesund.

Ihre / Eure Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

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