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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 19

Heute habe ich von zwei Frauen gelernt. Von der ersten, die einiges über Achtzig ist, habe ich gelernt, dass die alten Menschen in unserer Pfarrei uns jüngeren doch in manchen Dingen ein paar Schritte voraus sind. Zum Beispiel im Aushalten von schwierigen Zeiten. Wer heute so alt ist, dass er die Folgen des Zweiten Weltkriegs noch miterlebt hat, der empfindet Einschränkungen nicht so schmerzlich wie diejenigen, die Verzicht kaum kennen. Es ist für die Senioren und Seniorinnen irgendwie eine vertraute Erfahrung – auch wenn sie es selbst in den letzten Jahrzehnten rundum gut hatten. Beeindruckend, wie gelassen sie den Verzicht auf ihre übliche Montags-Kaffeerunde  am Ende unseres Telefonats kommentiert hat: „Das ist jetzt halt so.“  Und die Hoffnung auf ein Wiedersehen der guten Bekannten bleibt trotzdem lebendig.

Die zweite Einsicht hat mir eine Kirchenvorsteherin geschenkt. Sie hat sich Gedanken über das ‚bewusste Spazierengehen‘ gemacht. Weil viele von uns dazu gegenwärtig mehr Gelegenheit als sonst haben, profitieren wir vielleicht gemeinsam von ihren Einsichten:

 „Dabei gehe ich bewusst (und alleine) mindestens zwanzig Minuten spazieren (das ist uns jetzt auch möglich) und achte bewusst auf das, was  mir unterwegs begegnet.

Das kann ein zutiefst vertrauter Weg sein oder ein neuer Weg sein.

Ich spaziere und fühle die frische Luft in meinen Lungen und die Sonne auf meiner Haut.

Ich sehe den blauen Himmel und die Umgebung , die sich mir jedes Mal wieder neu erschließt.

Ich gehe bewusst in einem langsamen Tempo, damit ich Details, die mir begegnen, besser wahrnehmen kann und gleichzeitig entschleunige ich damit auch.

Ich gehe oft mit meinen Arbeitskollegen spazieren – in der Mittagspause eine kleine Runde – und da muss ich oft darauf hinweisen, dass wir auch langsamer gehen können. Denn der Körper nimmt den langsamen Rhythmus, den wir ihm beim Spazieren vorgeben, auch innerlich auf. Wenn wir im Äußeren ruhig gehen, kommen wir auch im Inneren zur Ruhe.

Das Ziel wäre, das ständige Gedankenkarussell für die 20 Minuten Spaziergang zu unterbrechen und unsere Umgebung im Moment achtsam wahrzunehmen.

Wenn wir durch einen Ort gehen, können wir uns die Vorgärten ansehen und die Frühlingsblumen bewundern.

Wenn wir durch die Natur gehen, können wir die Blumen und Bäume bewusst wahrnehmen. Vielleicht habt ihr das gleiche Glück wie ich? Denn ich habe letzte Woche eine ganz aufgeregte Lerche über mir am blauen Himmel zwitschern hören. Das war wunderschön. Und dann komme ich wieder voller Energie und ganz positiv gestimmt nach Hause.

Euch ist bestimmt aufgefallen, dass ich in dem Text ganz oft „bewusst“ benutzt habe. Das ist es, worum es hier geht. Um die innere Haltung, die Dinge bewusst zu tun und wahrzunehmen und nicht achtlos nebenher beim Spazierengehen zu telefonieren oder mit einer Freundin zu ratschen – was auch schön ist, aber jetzt nicht geht.

Also nehmt eure Umgebung achtsam wahr. Gott segne euch.“

Dem ist von meiner Seite für heute nichts hinzuzufügen. Ich schicke euch einen Abendsonnengruß und freue mich morgen auf einige Grade mehr Wärme durch ungetrübte Sonne. Beim bewussten Spazierengehen.

Eure Elfriede Bezold-Löhr

 

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

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