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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 2

Als ich heute beim Frühstück im Kopf meinen Tag durchging, dachte ich bei mir: „Es wird ruhig. Nur eine Taufe um 11 Uhr in der Schlosskirche. Ein kleiner Gottesdienst, wir können mit ein bisschen Abstand gelassen feiern. Ansonsten informierst du dich heute über die aktuellen Entwicklungen, liest Mails und schaust immer wieder einmal auf dein Handy, um keine Anfragen oder Klärungen zu verpassen.“

Für die Taufe war noch einiges vorzubereiten. Als ich um Viertel vor 11 Uhr aus dem Haus wollte, klingelte das Telefon. Das Gespräch dauerte nur wenige Minuten. Und plötzlich wurde es doch eng. „Es sind nur ein paar hundert Meter bis zur Schlosskirche – das klappt trotzdem alles noch gut“, dachte ich mir auf dem Weg vom Pfarrhaus zur Kirche. Die Taufgesellschaft saß schon vorn. In den ersten Bänken um den Taufstein, wie ausgemacht. In  der sehr, sehr kalten Kirche. Das war nicht ausgemacht. „Du hast vergessen, die Mesnerinnen zu informieren!“ fiel es mir siedend heiß ein. „Erst Fortbildung. Jetzt Corona-Chaos. Das hast du versemmelt.“ Mir ist sofort alles andere als kalt. „Jetzt nur die Ruhe bewahren“, denke ich mir. „Entschuldigung. Es ist hier innen sehr, sehr frisch. Das tut mir leid. Uns ist — mir ist ein Fehler bei den Absprachen passiert.“

Dann eines nach dem anderen: Licht in der Kirche einschalten. Kerzen anzünden. Wasser in der kleinen Teeküche erwärmen, damit unser Taufkind bei der Taufhandlung nicht zusammenzuckt. Notenständer bereitstellen und einen Stuhl. Teelichter für die Fürbitten bereitstellen. Mein großes Glück: Die Taufgesellschaft hat selbst den Taufstein mit einem wunderschönen Kranz geschmückt. Und unser Organist ist da! Er eröffnet die Taufe mit einem fröhlichen Orgelstück, während ich die letzten Vorbereitungen treffe.

Und dann feiern wir einen ‚frischen‘ Taufgottesdienst zusammen. In guter Atmosphäre! Niemand scheint mir meinen Fehler nachzutragen. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Das dampfendende Taufwasser macht deutlich: Zumindest unser Täufling ist gut umsorgt, das Taufwasser wird warm sein.

Zwei Erkenntnisse nehme ich aus diesem Vormittag mit heim. Die erste: Es ist in diesen Tagen vieles anders als sonst. Daher können leicht Fehler passieren, wie mir heute einer unterlaufen ist. (Liebe Taufgesellschaft – ich bitte noch einmal ausdrücklich um Entschuldigung für den zu (!) frischen Rahmen, in dem wir heute gefeiert haben.) Es tut dann sehr, sehr gut, wenn wir uns die Fehler und Versehen nicht nachtragen, sondern füreinander Verständnis haben und großzügig sind. So habe ich es heute erlebt und bin dafür sehr dankbar. Die zweite Erkenntnis: Bibelverse bekommen in diesen Tagen plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Eigentlich war der folgende Vers für unser Taufkind gedacht: „Sei mutig und stark! Fürchte dich also nicht und hab keine Angst; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir bei allem, was du unternimmst.“ (Josua 1, Vers 9). Ganz schnell haben wir uns allesamt von diesen ermutigenden und tröstlichen Sätzen angesprochen gefühlt. Es war, als würden sie extra für uns laut ausgesprochen. Wir haben uns vergewissern dürfen: Der Gott, an den wir glauben, ist da. Er heißt manchmal in der Bibel ‚Immanuel‘. Übersetzt „Gott ist mit dir“. Das hat er heute nicht nur dem Taufkind zugesagt, sondern er hat es  uns alle spüren lassen. Und er sagt es auch Ihnen und dir, der du diese Zeilen liest. Dass Gottes Wort seine Kraft entfaltet, hängt zum Glück nicht von einem Wochentag oder einem Kirchenraum oder einer bestimmten Liturgie ab. Es wirkt in dem Moment, wo ich es höre und vertrauensvoll auf mich beziehe. Daher kann ich dir, kann ich Ihnen jetzt gelassen einen guten und gesegneten Sonntag wünschen.

Ihre / deine Elfriede Bezold-Löhr

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