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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 21

Stricken kann ich gut. Häkeln – na ja. Sticken – unterdurchschnittlich. Nähen – Fehlanzeige. Leider. Schüchterne Anfänge habe ich mal auf der Nähmaschine einer guten Freundin gemacht, das Ergebnis war ein sehr, sehr schlichter Kissenbezug. (Wo der abgeblieben ist, weiß ich gar nicht. Das spricht Bände!) Doch gegenwärtig wäre es sehr praktisch, wenn ich nähen könnte. Dann würde ich mich an einen Aktion anhängen, die von Lisa Zeilinger aus unserer Pfarrei mitgetragen wird. Sie kann’s und sie würde sich sehr freuen, wenn neben ihr noch andere fähige Frauen und Männer, die diesen Tagebucheintrag heute lesen und nähen können 🙂, sich bei ihr melden. Erreichbar ist sie unter der Telefonnummer 0160 – 82 11 729. Worum es geht, wisst ihr alle: natürlich um Gesichtsmasken. Ich werde mich an den Gedanken noch gewöhnen müssen, bald eine zu tragen. Denn ich erinnere mich noch daran, wie es sich anfühlt. Bis ich 35 Jahre alt war, hatte ich kein eigenes Auto (ich hab‘ es schlicht nicht gebraucht, weil ich meistens eher im städtischen Umfeld gelebt habe). Ich bin ganz viel geradelt. Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Und im Winter mit Schal über Mund und Nase, wenn es eisig war. Daher kenne ich das Gefühl gut. Auch, wie es ist, wenn dann die Atemluft im Stoff langsam zu Eiskristallen gefriert und man einen kleinen Eispanzer vor Mund und Nase hat. Naja, diese Gefahr wird jetzt ja von Tag zu Tag geringer und ich werde mich schon daran gewöhnen. Es ist ja zur Sicherheit aller anderen vor mir und meinen möglichen Corona-Erregern eine gute Sache.

Was mache ich heute? Ich schreibe meine Chronik von 2018 zu Ende. Ich beantworte Mails. Ich übe auf dem Saxophon – damit ich am kommenden Sonntag Abend um 18 Uhr bei geöffnetem Fenster ‚Freude, schöner Götterfunken‘ besser hinbekomme als beim letzten Mal. (Gut, dass da keiner Aufzeichnungen in unseren Dörfern macht und dann alle Tonspuren übereinanderlegt. Ich fürchte, das wäre eine ganz schöne Kakophonie. Zumindest ich würde da aktuell noch einen gewichtigen Beitrag leisten.) Ich koche mittags in Ruhe und esse dann draußen auf der Terrasse in der Sonne. Ja, ich weiß, das ist Luxus. Ich schätze ihn in diesen Tagen noch mehr, als ich das bisher immer getan habe. Dann rücke ich wieder dem Unkraut in den Beeten des Pfarrgartens zu Leibe. Es ist etwas mühsam, aber hoffentlich lohnend. Ich harke nämlich zur Zeit ein ungefähr zwölf Quadratmeter großes Stück Zentimeter für Zentimeter. Wer mich beobachten könnte, dächte sicher, ich hätte einen Vogel. Denn man sieht auf diesem Beet aktuell — fast nichts. Ich hatte dort im letzten Jahr wunderbare Lupinen gepflanzt. Beim Gärtner gekauft. Die Pflanzen haben im letzten Jahr auch in allen Regenbogenfarben geblüht. Aber dann kamen Herbst und Winter. Und jetzt, im Februar, waren von den ursprünglich ungefähr fünfundzwanzig Pflanzen noch vier übrig. Alle anderen waren eingegangen. Ich war tief deprimiert, als ich das Anfang der Woche bei einem ersten Blick aufs Beet festgestellt habe. Als ich dem Elend mit der Grabgabel ein Ende machen wollte, habe ich etwas genauer hingesehen – und plötzlich ein winziges Pflänzchen entdeckt: ungefähr einen Zentimeter hoch, zwei Keimblätter – und sonnenklar erkennbar ein winziges Blättchen Lupinenlaub. Der aufgegangene Same einer Mutterpflanze! Ich habe mich gefreut wie ein Kind, wenn es ein gut verstecktes Osternest findet. Es ist nicht bei dem Auffinden dieses einen Lupinen-Winzlings geblieben. Die Winzlinge sind über das gesamte Beet verteilt. Leider tummelt sich auf dem Beet noch vieles andere, was den Lupinen- Winzlingen das Leben schwer machen und sie am Aufgehen hindern würde. Also: Kniekissen aus der Kammer mit den Gartengeräten holen, Rücken krumm machen und ‚Einmal Unkrautjäten komplett bitte!‘ durchziehen. So kriegt neues Leben jetzt Raum. Und ein bisschen sehe ich in dem, was ich da erlebe, Ostern abgebildet. Das Leben siegt! Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussehen mag.

Daher heute sehr gut gelaunte Grüße aus dem Sommersdorfer Pfarrhaus.

Eure Elfriede Bezold-Löhr

 

PS: Nachtrag. Ich habe den oben stehenden Tagebucheintrag tatsächlich heute ausnahmsweise am späteren Vormittag geschrieben. Und heute Abend finde ich vor unserer Haustür — ein Päckchen. Anonym abgeben. Sehr spannend. Ich mache es auf, und was finde ich darin? Tatsächlich (jetzt ohne Quatsch!) — drei Gesichtsmasken. Ich denke, ich falle um! Da haben zwei sehr nette, mir unbekannte Damen (- die trotz beiliegendem Brief auch unerkannt bleiben wollten 🙂 -) offenkundig Gedanken gelesen. Das ist wirklich der Knaller! Also, liebe Meister-Näherinnen: Herzlichen Dank für die super schönen Gesichtsmasken für Lorenz, Sophia und für mich. Wir sind alle drei begeistert und freuen uns über diese Herzwärmer und die schöne Post.

PFARRAMT

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Karin Oberseider

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