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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 35

Liebe Tagebuchgemeinschaft,

ich halte mich durchaus für einen politisch interessierten Menschen. Aber noch nie in meinem ganzen Leben habe ich so konsequent über einen längeren Zeitraum verfolgt, wie sich Politikerinnen und Politiker äußern, habe Pressenkoferenzen im ‚Livestream‘ angesehen und mir danach noch zentrale Inhalte des Gesagten ausgedruckt. All das mache ich jetzt an Tagen wie gestern und heute, wenn die Weichen für unsere ‚Lebenskultur‘ für einen begrenzten Zeitabschnitt neu gestellt werden. Es tut mir gut, zu hören, dass wir uns wieder etwas freier bewegen dürfen. Jetzt, wenn ich es richtig verstanden habe, ist es zum Beispiel wieder erlaubt, draußen mit einer Bekannten einen Spaziergang in der Frühlingslandschaft zu machen, ohne eine polizeiliche Kontrolle befürchten zu müssen.
Etwas zwiespältig geht es mir – das ahnt ihr sicher schon – mit der Öffnung der Kirchen für Gottesdienste. Auf der einen Seite vermisse ich unsere Kirchengottesdienste und auch die ‚Lichtblicke‘ in der Aula der Schule von Burgoberbach sehr. Doch stelle ich mir das konkret vor, dass ich mit Mundschutz in Sommersdorf oder Thann im Altarraum unserer Kirchen stehe, beschleicht mich doch ein mulmiges Gefühl. (Ich werde wohl auch mulmig sprechen – mit dem Headset unter dem Mund- und Nasenschutz.) Und wie seht ihr dann aus, die ihr als mutige Gemeinde kommt? Die ihr euch, ebenfalls alle mit Mund- und Nasenschutz ausgestattet, aufmerksam umseht, wo ihr sitzen ‚dürft‘ und euch streng an die Leuchtpunkte auf den Gesangbuchablagen haltet? Die zeigen dann ganz genau: HIER darf eine Person sitzen. Und die nächste dann erst DORT zwei Meter weiter. Da gibt es dann den kleinen Plausch vor dem Beginn des Gottesdienstes nur noch auf Abstand. Zugleich müsst ihr deutlich reden, damit euch in der übernächsten Bank der Bekannte trotz des Mundschutzes auch versteht :-). Und wie singen wir mit Mundschutz? Singen wir dann überhaupt?

Ich bin gespannt, zu welchen Erkenntnissen der morgige Austausch zwischen der politischen Seite und den Vertreterinnen und Vertretern der großen Glaubensgemeinschaften führt, welche Vorgaben wir für die Zeit ab dem 4. Mai bekommen. Das, was einen Gottesdienst für mich immer auch ausmacht, die Erfahrung von Verbundenheit und Gemeinschaft – darauf werde ich wohl noch eine ganze Weile verzichten müssen. Denn da gehört für mich ein Lächeln übers ganze Gesicht genauso dazu wie ein Handschlag oder auch eine herzliche Umarmung.
Ich habe aus allem Gesagten die Hoffnung herausgehört, dass rund um Pfingsten, also Ende Mai, Anfang Juni wieder etwas mehr Normalität in unser Gemeindeleben einziehen kann. Das fände ich  schön.

Ansonsten habe ich heute an den Artikeln für den nächsten Gemeindebrief weitergeschrieben. Ich musste ein geplantes Taufgespräch absagen mitsamt dem Gottesdienst, den wir demnächst vorhatten. Ich habe mich um die Terminplanung rund um die Gottesdienste in der Zeit der Vakanz, also ab August 2020 gekümmert.
Nachmittag haben wir, meine Kinder und ich, dann gemeinsam im Garten geschwitzt. Sie haben erstmals nach der Winterpause die ziemlich verfilzte und vermooste Wiese in unserem Pfarrgarten gemäht, ich habe brav die unkrautüberwucherten Beete im Gemüsegarten mit der Grabgabel bearbeitet. Es war richtig, richtig warm, der Schweiß ist geflossen. Aber jetzt sind wir zufrieden mit dem, was wir geschafft haben – für kurze Zeit wirkt der weitläufige Garten fast ein bisschen wie ein Park…. Der Wechsel zwischen Arbeit am Schreibtisch und dem Werkeln draußen an der frischen Luft kommt uns allen entgegen. Ich hoffe, dass mancher von euch/von Ihnen das auch sagen kann. Mir ist aber auch bewusst, dass viele Leute in unseren Dörfern weiterhin die Fürsorge für ihre (Klein-)Kinder, die Versorgung des Haushalts und vielleicht der pflegebedürftigen (Schwieger-)Eltern und  womöglich noch Arbeit am heimatlichen Schreibtisch für den Arbeitgeber unter einen Hut bekommen müssen. Einmal mehr meine Hochachtung für das, was da geleistet wird! Ich wünsche dir/Ihnen, dass die Kraft auch in den kommenden Wochen noch reicht für das, was gehen muss.

Herzliche Grüße aus dem Pfarrhaus. Eure / Ihre Elfriede Bezold-Löhr

 

PS: Ich habe eben noch eine sehr nette Einladung von drei Damen aus Großenried bekommen – herzlichen Dank für dieses Zeichen ökumenischen Vernetzseins! Ich gebe die Einladung gern weiter, indem ich daraus zitiere:

„Einladung? Hmm, das mag verwundern, sind wir doch so etwas in Zeiten von Corona gar nicht mehr gewohnt… Das Kleinkindergottesdienst-Team aus Großenried hat sich eine Corona geeignete Version für ein “Zu Gott kommen” überlegt.  Wir können uns aktuell nicht treffen, aber durch eine gemeinsame Aktion ein Gefühl von Verbundenheit schaffen. “Wir kommen nicht zur selben Zeit, aber aus demselben Grund”. Dieser Leitgedanke hat unsere Idee geprägt. Gerade eben haben wir unsere Vorbereitungen beendet! Ein wunderbares Gefühl.

Ab morgen Vormittag (die Kirche in Großenried öffnet für gewöhnlich um 8 Uhr rum und ist bis 18 Uhr geöffnet) können die Kleinen und auch die Großen =)  Zuspruch für den aktuellen Weg durch die Krise erhalten. Wir haben ein Konzept in sieben (nicht konfessionell geprägten) Stationen erarbeitet, das Elemente aus unseren monatlichen Zusammenkünften mit den Kids aufgreift (z.B. Vater Unser, Ausmalbild zum Thema). (…) Weiterhin sind auch die Gläubigen Ihrer Gemeinde herzlich eingeladen, unseren “Kleinkindergottesdienst trotz Corona” zu besuchen. Sie dürfen das gerne so weitergeben.

Ganz liebe Grüße aus Großenried, von Lisa Dänzer, Clara Stiegler und Petra Conrad.“

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
10:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch:
11:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstag:
11:00 Uhr – 16:00 Uhr

PFARRAMT

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91595 Burgoberbach
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