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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 40

Hat die Zahl ‚40‘ für dich, für Sie eine spezielle Bedeutung? Mir war sie lange ziemlich gleichgültig, die ‚40‘. Sie war eine Zahl wie jede andere auch. Das hat sich geändert, liebe Tagebuchgemeinschaft. Ich habe entdeckt, dass die ‚40‘ in der Bibel und dort speziell im Ersten Testament eine tiefe Bedeutung hat. 40 Tage und Nächte hat der Regen auf das Dach der Arche von Noah und seiner Familie samt Riesenzoo geprasselt. 40 Jahre sind die Israeliten von Ägypten aus in Richtung neuer Heimat gezogen, bis sie ihr Ziel vor Augen hatten. Mose blieb, als er den Willen Gottes in Form der zehn Gebote vermittelt bekam, 40 Tage auf dem Berg der Begegnung. 40 Tage bekommen die Bewohner von Ninive Zeit, ihr bisheriges Leben zu überdenken und eine deutliche Kurskorrektur vorzunehmen. Jesus fastet 40 Tage in der Wüste. Nach seiner Auferweckung genießt Jesus noch einmal 40 Tage im Kreis seiner Freundinnen und Freunde.

Die ‚40‘ hat in der biblischen Zahlensprache, so erklären es schlaue Köpfe, folgenden Sinn: Nehmen wir die ‚4‘ als Zahl der irdischen Begrenztheit (dafür stehen auch die vier Himmelsrichtungen und unsere 4 Extremitäten, 2 Beine + 2 Arme) und multiplizieren sie mit 10, der Zahl für unsere menschliche Verantwortung vor Gott (gefasst in den 10 Geboten), dann können wir schlussfolgern: Die ‚40‘ steht von der biblischen Tradition her als Zeichen dafür, dass wir Menschen immer wieder einmal mit Gott ‚zusammenrücken‘ – und das im guten Sinn!

Wie wäre es, wenn wir in diesem Sinn die vierzig Tage des Ausnahmezustandes verstehen würden,  bei denen wir seit dem ersten Tagebucheintrag inzwischen angekommen sind? Als eine Zeit, in der wir auf eine gute Weise neu mit Gott ‚zusammenrücken‘, und das aus den unterschiedlichen Gründen: vielleicht weil wir an unsere Grenzen gekommen sind und Kraft aus anderer Quelle finden mussten und gefunden haben; vielleicht,  weil das Zurückfahren von so vielen Aktivitäten plötzlich Raum geschaffen hat für Dinge oder Themen oder Begegnungen, für die ganz lang keine Zeit und kein Raum war; vielleicht, weil wir gerade eine sehr schöne Erfahrung machen, die wir so nicht gemacht hätten.
Versteht mich richtig: Ich will die Mühen der letzten sechs Wochen nicht kleinreden. Ich will auch die Not nicht verschleiern, die manchem jetzt Angst macht. Ich möchte mich aber auch nicht klein und verzagt hinsetzen und wie das Kaninchen auf die Schlange starren. Aus den Ausnahmezeiten, für die biblisch die ‚40‘ steht, ist immer etwas Neues entstanden. Etwas Gutes. Noah und seine Familie konnten neu anfangen. Die Israeliten haben im Jordantal ein neues Leben begonnen. Die zehn Gebote sind bis heute eine von vielen Menschen geachtete Orientierung für unser Leben. Die Bewohner von Ninive haben Selbstkritik geübt und eine neue, eine gute Form des Zusammenlebens entwickelt. Jesus als das ‚menschliche Gesicht Gottes‘ hat dem Tod die letzte Macht genommen und seinen Freundeskreis so stark gemacht, dass die Botschaft von Jesus Christus um die Welt gegangen ist.
Schauen wir doch hoffnungsvoll auf das, was wir als Weltgemeinschaft gerade mühsam lernen – nämlich für viele, für alle zu denken. Das große Ganze in den Blick zu bekommen. Die Verletzlichkeit unseres scheinbar unverwundbaren Selbstbewusstseins zu erkennen. Warum sollte nicht diese ‚40‘ auch dafür stehen, dass wir wieder näher an Gott und seinen guten Willen für uns und unsere Welt heranrücken?

Ach ja – mein Tag war heute ansonsten so unspektakulär, dass ich nicht eigens darauf eingehen muss. Ihr kennt euch ja in meinem ‚anderen Alltag‘ inzwischen schon ganz gut aus :-). Ab Mittwoch werde ich für einige Tage abtauchen. Doch dieses Tagebuch wird weitergeschrieben. Lasst euch überraschen, was diejenigen euch zu erzählen haben von ihrem Alltag, die den ‚Stift‘ an meiner Stelle übernehmen. Danke dafür! Wir lesen am nächsten Dienstag wieder voneinander – wenn ihr mögt.
Liebe Grüße!

Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr

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