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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 54

Eine kleine Anregung für den Mittwoch früh: Wenn du, lieber Tagebuchleser, liebe Tagebuchleserin, nicht ganz bald zur Arbeit musst, dann gönn‘ dir Folgendes: Brüh dir eine Tasse Kaffee oder Tee auf. Lass sie ein bisschen abkühlen. Nimm sie dann in die Hand und geh zur Haustür. Öffne deine Tür und geh drei, vier Schritte vor dein Haus. Schau in den blauen Himmel, nimm einen Schluck Tee und schau dann wieder in den blauen Himmel. Und genieße das. Warum? Du bist gerade ‚einfach so‘ rausgegangen. Du hattest keinen triftigen Grund, dem du einem Polizisten sofort nennen hättest können, wenn er dich gefragt hätte (außer höchstens die Mail von ‚der Pfarrerin mit den spinnerten Ideen‘) Ab heute brauchst du keinen triftigen Grund mehr. Du bist wieder frei. Du darfst hingehen oder –fahren, wo immer du (in Deutschland) hinwillst. Wir haben ein Grundrecht wieder, das uns umso heftiger abgegangen ist, je länger wir es nicht ausüben durften.

Der nächste Luxus könnte es sein, sich endlich, endlich wieder für den Nachmittagsspaziergang mit der guten Freundin oder dem patenten Bekannten zu verabreden. Gleich heute. Das Wetter wird prächtig sein. Zwar musst du auf die herzliche Umarmung noch verzichten und etwas Abstand wahren – aber auch da kehrt ein kostbares Stück Freiheit in unser Leben zurück, dessen Wert wir erst in den letzten Wochen so richtig zu schätzen gelernt haben. Ich zumindest. Dabei hatte ich als Pfarrerin noch die Möglichkeit, via Berechtigung in Seelsorgebelangen oder für dienstliche Wege ins Auto zu steigen und loszufahren. Manche von uns waren ‚systemrelevant‘ – auch dieses Wort werden wir so schnell nicht wieder vergessen. Über Sinn und Unsinn desselben vielleicht an anderer Stelle noch einmal mehr.

Was immer dir ein Lächeln in die Augenwinkel zaubert – sei es die Möglichkeit, am kommenden Sonntag endlich wieder die Mama im Pflegeheim sehen zu dürfen oder sei es die Aussicht, gut eine Woche später die erste Maß dieses Jahres im Biergarten zu stemmen – genieß es neu. Das ist eine der positiven Folgen dieser seltsamen oder sogar schrecklichen Auszeit: Dass wir manches neu erleben, klarer wahrnehmen, bewusster genießen. Was vielleicht selbstverständlich geworden ist, hat jetzt wieder Wert.

Mein heutiger Tag ist schnell erzählt: Morgens war ich im Kirchengemeindeamt in Ansbach. Dort hat jede der 33 Kirchengemeinden des Dekanatsbezirks Ansbach ein Postfach. Wir sind als PfarreInnen gehalten, es wöchentlich zu leeren. Weil mir aber bei meinem letzten Besuch in der Schaitbergerstraße niemand auf mein Klingeln hin geöffnet hat, quoll unser Postfach über. Peinlich … Anschließend brauchte ich noch eine Beratung in einer Personalangelegenheit unserer Gemeinde. Der frühere Chef des Kirchengemeindeamtes Ansbach, Simon Schäffler, ist leider jetzt nicht mehr Chef des ‚KGA‘, sondern Bürgermeister von Langfurth. Sehr, sehr schade für uns. Denn Simon Schäffler war kompetent, freundlich und sehr schnell. Eine super Kombi, wenn man Auskünfte braucht. Ich werde in vermissen und hoffe sehr, dass die Langfurther wissen, was sie an ihm haben. (Naja, sie ahnen es wohl, sonst hätten sie ihn nicht gewählt.) Anschließend war ich im Landratsamt, um in einer regelrechten Odyssee, aus der mich erst ein sehr netter älterer Mitarbeiter in Bauarbeitermontur erlöst hat, fünf Liter Desinfektionsmittel für unsere Pfarrei zu ergattern. Was anfangs Klopapier und dann  Hefe war, ist jetzt Desinfektionsmittel. Interessant, was da so im Lauf der Zeit zu Phantasiepreisen verkauft wird … Doch wir sind jetzt in Sommersdorf, Thann und Burgoberbach gut ausgestattet, da wir schon vor zwei Wochen vorgesorgt haben – dank eines klugen Tipps aus den Reihen unserer KirchenvorsteherInnen.

Ihr Lieben, ich bin froh und dankbar, dass sich langsam auch über unsere neuen Lebensmöglichkeiten das Frühlingsgrün legt. Genießen wir das gemeinsam. Und danken wir Gott, wo wir bewahrt geblieben sind.

Liebe Grüße und bis morgen … Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
10:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch:
11:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstag:
11:00 Uhr – 16:00 Uhr

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