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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 55

Mein Tag war heute ein Kaleidoskop. Sehr emotional, sehr vielfarbig. Wie so oft im Pfarr-Beruf. Gestartet bin ich ohne Sport, weil mir der für eine Woche verboten worden ist ( – die Ärztin, Sie wissen schon ….). Daher waren nach dem Frühstück Mails und Telefonate im Pfarramtsbüro dran. Ich habe mit sanftem Druck die Abiturienten, die heute nicht in die Schule mussten, an den Schreibtisch gescheucht. Anschließend bin ich zu einem kurzen Trauergespräch gefahren. Wir saßen zu dritt mit Sicherheitsabstand und Maske in einer Küche zusammen. Hätte uns jemand vor zwei (!) Monaten ein Foto dieser Szene gezeigt, hätten wir alle sofort vermutet, Opfer von ‚Verstehen Sie Spaß‘ geworden zu sein.
Nein, jetzt ganz im Ernst: Selbst mit hinderlicher Maske über Mund und Nase ist der persönliche Kontakt besser als per Telefon oder per E-Mail. Das ist mir heute wieder einmal deutlich geworden. Ich bin dankbar um jeden Millimeter Lockerung bei den Corona-Auflagen, doch die Maske wird uns wohl noch eine ganze Zeit lang bleiben.
Wieder daheim, habe ich mir einige Gesprächsnotizen im Pfarrbüro gemacht.

Dann brauchte ich eine Kochidee, die keinen Einkauf erforderte. Nudelauflauf mit Käsekruste wurde es letztendlich und die fast leere Auflaufform am Ende des Mittagessens war ein stummes „Daumen hoch!“.

Am Nachmittag habe ich dann die Thanner Kirche vermessen. Wie oft passt eine Fläche von vier Quadratmetern in diese schöne Markgrafenkirche mit ihren zwei Emporen? War ich im Vorfeld von ungefähr 45 geschätzten Plätzen ausgegangen, waren es letztlich (leider) nur 35. Die allerdings so gerechnet, dass immer eine Person mir korrektem Abstand zur nächsten Person sitzt. Am Schlauesten wäre es, wenn ganze Haushalte am nächsten Sonntag in die Kirchengottesdienste kommen würden. Denn die dürfen ja eng zusammensitzen und können den vorhandenen Platz viel besser ausfüllen als Einzelpersonen. Also …..? Wir verstehen uns….? Wie lautet das Patentrezept in dieser Situation? Am nächsten Sonntag im Idealfall zu zweit als Paar oder zu dritt, zu viert als Familie kommen – dann schlagen wir dem Virus  und den Auflagen ein Schnippchen und dürfen doch in einer etwas größeren Anzahl feiern :-).

Nach dem Vermessen der Kirche winkte die obligatorische Kaffeepause mit selbst gemachtem Erdbeereis auf unserer Terrasse. Wunderbar, wenn man Teenager hat, die ab und an in der Küche zaubern :-)!

Der Rest meines Nachmittags gehörte dann den Gedanken um den Verstorbenen, von dem wir uns im engsten Familienkreis verabschieden werden. Es hilft mir, wenn ich eigene Erinnerungen an den Toten habe. Die Erzählungen der Verwandten legen sich wie Puzzlestücke zu meinen Eindrücken dazu und es entsteht für uns alle noch einmal ein vielschichtiger Eindruck vom Leben dessen, den wir bestatten. Aber auch heute habe ich wieder die große Herausforderung gespürt, welche die Pandemie gerade in Krisensituationen des Lebens für Menschen mit sich bringt. Dass man Kranke nicht mehr einfach im Klinikum besuchen durfte, dass man einander nicht die Hand geben kann und jede Geste des Tröstens verboten ist – das ist hart. Mancher Patient ist in den vergangenen Wochen sicher auch wegen der Einsamkeit, in die er plötzlich gestoßen worden ist, geschwächt worden. Diese Erfahrung machen Angehörige und ich denke, sie erspüren das treffend.

Jetzt geht mein Arbeitstag zu Ende. Noch ein neuer Text für die Eröffnungsseite unserer Homepage ( – es ändert sich so schnell so viel zum Besseren 🙂 – ), zur Entspannung ein paar Algen vom Teich in unserem Garten abfischen und dann ist für heute ‚Sendeschluss‘.

Euch und Ihnen einen guten restlichen Abend. Freuen wir uns auf einen glitzrigen Frühlingstag, der für morgen vom Wetterbericht vorhergesagt ist.

Deine /Ihre Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

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Fax: +49 9805 932 202
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