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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 56

„Der letzte offizielle Schultag meiner Kinder! Tusch!!!!!!!!!“ das ist mein erster Gedanke heute früh.  Unglaublich. Zu den Prüfungen müssen sie noch nach Ansbach fahren – doch die Zeit der Abi-Vorbereitung in der Schule ist mit dem heutigen Tag zu Ende. Ich kann es noch gar nicht recht glauben. Keine große Kanne Tee mehr für uns alle morgens um 6.30 Uhr, kein Frühstück, keine schnelle Info zur Dauer des Schultags zwischen Tür und Angel mehr. Wow. Mal sehen, ob mir etwas fehlt. Jetzt gerade finde ich es einfach eine angenehme Vorstellung. Wobei ich zugeben muss, dass wir uns in dieses Setting aufgrund der Corona-Pandemie schon ein bisschen eingefunden hatten …:-)
Das schulische Finale sollte, wie ich finde, durch ein schönes Mittagessen gefeiert werden. „Dazu müsste ich einkaufen gehen“ – stelle ich nach einem prüfenden Blick in unseren Kühlschrank fest. Also überlege ich kurz, was ich heute, morgen und übermorgen kochen könnte, kritzle alles Nötige auf einen Einkaufszettel ( – wenn ich im Laden stehe, ist mein Hirn oft wie leer gefegt und ich vergesse ohne Zettel die Hälfte aller wichtigen Artikel – ) und zische los. Der Tag ist noch jung, das Wetter ist super, meine Laune gut. Ich brauche auch keine Ibu mehr gegen ‚Kopf‘-Schmerzen, das Schlimmste scheint überstanden.
Wieder in Sommersdorf zurück, sortiere ich alles in Kühlschrank und Speisekammer, während ein Kaffee durchläuft und ein Frühstücksei kocht. Dann gönne ich mir noch ein Viertelstündchen in der Morgensonne, bevor ich mich ins Büro an den PC setze. Der Tag geht dort gut weiter: Eine Mail von Michaela Meyer mit einer sehr schönen Idee für die Adventsnacht 2020, die wahrscheinlich nicht ganz so laufen kann wie in den letzten Jahrzehnten, denn eine Übernachtung, bei der die Kinder wie die Sardinen in der Dose im Schlafsack eng an eng liegen, könnte Corona-bedingt noch schwierig sein. Doch mit ‚Brick Solutions’ gibt es vielleicht  eine sehr spannende und schöne Alternative. Sehen wir mal, was aus einer tollen Idee konkret wird. In meinem Postfach wartete gleich noch eine zweite Mail, die mir das Herz gewärmt hat. Wenn mir jemand eine Antwort auf einen meiner Tagebucheinträge schreibt, dann freut mich das besonders. Das war heute der Fall und ich danke der netten Schreiberin ganz herzlich 🙂 – sicher liest sie auch heute Abend oder morgen früh diese Zeilen und weiß genau, dass sie gemeint ist.

Dann … dann habe ich mich an die nächste Traueransprache gesetzt. Die zweite innerhalb von wenigen Tagen. Ich sitze dann vor meinem Laptop, habe Notizen der Verwandtschaft am Tisch liegen, sehe in diesem Fall den Menschen vor mir und versuche mir vorzustellen, wie dieses Leben war, das da zu Ende gegangen ist. War jemand Kriegskind? Musste jemand als Waise oder Halbwaise leben? Wurde jemand in einer Pflegefamilie groß? Was kam nach dem Schulabschluss? Bei vielen unserer Älteren fiel er mit der Konfirmation zusammen und bedeutete den Abschied von daheim und den Beginn eines Arbeitsverhältnisses auf einem fremden Hof in einem nicht allzu weit entfernten Dorf. Für uns heute unvorstellbar. Es ist, als entwickelte sich vor meinem inneren Auge ein Film, der im Zeitraffer abläuft. Fand er eine Partnerin, sie einen Partner? Kamen gemeinsame Kinder? Durften die alle groß werden? Wie ging es beruflich weiter? Oft sind das ganz stille, unspektakuläre Biographien, die doch auf eine leise Weise eine starke Persönlichkeit erkennen lassen – sei es ein Mann oder eine Frau. Immer wieder wird mir da auch bewusst, wie genügsam viele ältere und alte Menschen in unseren Dörfern waren. Wie wenig sie dafür brauchten, um zufrieden zu sein. Sie waren Meister und Meisterinnen im Wertschätzen des ‚halbvollen Glases‘ ….

Das Festessen mit meinen Kindern am Mittag war schön. Wie immer bei besonderen Anlässen gibt es dann eine unvernünftige und ungesunde Tischdekoration. Heute waren es weiße und rosa Schaummäuse (die von HARIBO, ihr wisst schon). Die habe ich in großer Zahl über die Tischdecke laufen lassen, denn Freude geht ja durch den Magen. Wir haben dann unser Mittagessen und das griffbereit liegende Dessert auch sehr genossen.

Der Nachmittag wurde kurzweilig: Überlegungen zur Anschaffung einer neuen Lautsprecher-Anlage für den Reisachfriedhof (so etwas ist neu gruselig teuer 🙁 ) mit wertvoller ehrenamtlicher Unterstützung („Danke!“), ein Taufgespräch in Burgoberbach in der Sommerfrische unterm Apfelbaum, wo der gebotene Sicherheitsabstand problemlos und zugleich stimmungsvoll eingehalten werden kann, eine kurze Ausfahrt von Material mit dem Radl in unserem Gemeindegebiet, die Zusammenfassung unserer Gesprächsinhalte des Nachmittags ‚schwarz auf weiß‘ und schließlich noch der heutige Tagebucheintrag.

Halt – dazwischen war noch etwas. Ich war in Burgoberbach in der Schulaula, wo in zehn Tagen (am 17.05.2020) der erste Lichtblick nach langer, langer Zeit stattfinden darf. Ich habe geprüft, wie viele Leute unter Wahrung der Abstandsregeln dort in der Aula Platz finden. Es sind gute fünfzig. Was soll ich sagen? Wir würden so gern mit all denen feiern, die wir so lange nicht mehr gesehen haben und auf die wir uns sehr freuen. Damit wir diesen Platz für hundert Leute (da spreche ich jetzt vom ersten UND vom zweiten Lichtblick) gut nutzen können, wäre es wunderbar, wenn schon der erste Lichtblick um 9 Uhr ‚voll‘ wäre. Dann könnten wir um 10.30 Uhr den zweiten feiern. Und falls, falls, falls viel mehr Leute zum zweiten Lichtblick kommen würden als in die Aula reinpassen, würde ich einfach während des zweiten Lichtblicks ein bisschen schneller reden — und wir würden einen dritten Gottesdienst anhängen.
Was ich nicht möchte, ist dies, dass ihr euch anmelden müsst. Da sträubt sich in mir etwas, wenngleich die Anmeldung für einen Gottesdienst ein kluges Mittel ist, um vorher zu wissen, wie viele Leute kommen. Ich hoffe sehr, dass wir das OHNE Anmeldung hinkriegen. Was ihr alle mitbringen müsst, wenn ihr kommt, sind zwei Dinge: eure Maske – und ein großes Päckchen entspannter Flexibilität. Dann kriegen wir das gut hin.

So – jetzt reicht es für heute. Überlänge. Sorry. Aber es geht ja schließlich um etwas. Einen guten Abend euch und morgen einen guten Start in den neuen Tag. Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Pfarrerin:
Elfriede Bezold-Löhr

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
09:30 Uhr – 12:30 Uhr
Mittwoch:
12:00 Uhr – 16:00 Uhr
Donnerstag:
12:00 Uhr – 17:00 Uhr

REFERENTIN FÜR KINDER- UND JUGENDARBEIT

Katharina Heß
Mobil: +49 1578 88 65 269
Mail: katharina.hess@elkb.de

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