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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 57

Mein Tag beginnt mit einer Tasse Kaffee — am Schreibtisch. Heute wird es noch einmal arbeitsmäßig dicht, das weiß ich schon früh um acht. Ich schreibe die zweite Traueransprache dieser Woche zu Ende. Danach frühstücke ich und bin ‚mal kurz‘ Tochter-Taxi. Gegen 10 Uhr dann das dritte Gespräch anlässlich eines Todesfalls in dieser Woche. Es ist seltsam – doch die Kolleginnen und Kollegen der Nachbargemeinden bestätigen es mir: Selten stirbt nur ein Gemeindemitglied. Oft sind es zwei Menschen oder drei. Oder, wie ich heute am Nachmittag telefonisch von unserem Merkendorfer Bestatter höre, vier.

Liebe Tagebuchgemeinschaft, da könnt ihr vielleicht ein bisschen nachfühlen, dass ich beim nächsten Läuten des Telefons sofort gedacht habe: „Bitte jetzt nicht erneut ein Todesfall.“ Auch wenn die langjährige Erfahrung im Pfarramt in einer Landgemeinde an dieser Stelle sicher eine Hilfe ist – so etwas wie eine professionelle Gewöhnung mag und soll sich bei mir nicht einstellen. Jedes Leben, das zu Ende gegangen ist, hat seine Würdigung verdient. Ob es lang währte oder viel zu kurz. Jede Familie soll irgendwie zu Wort kommen, auch wenn das unter den aktuellen Umständen noch immer etwas erschwert ist. Also höre ich zu, lasse danach das, was mir im Austausch begegnet ist, wirken und setze mich nach dem Mittagessen zur Abfassung der dritten Traueransprache wieder an meinen Schreibtisch.

Zum Glück scheint draußen die Sonne. Daher gönne ich mir ab und zu ein Päuschen zum Nachdenken und Ausspannen. Gestern sind meine Kinder mit dem Rasenmäher durch unser Anwesen gezischt und jetzt sieht es für einige Tage bei uns wieder aus wie in einem englischen Park (naja – fast so …). Das Frühlings-Grün der Birke im Pfarrhof ist nach dem dauernden Starren auf den Computer-Bildschirm, bei dem ich viel zu selten blinzle und daher meine Augen durch ‚Austrocknung‘ stresse, eine Wohltat.

Irgendwann ist der Abschied vorbereitet, sind die Texte ausgedruckt. „Jetzt noch schnell das Protokoll der letzten Skype-Konferenz durchschauen und dann bist du für heute fertig“, denke ich mir gegen 16 Uhr. Hahaha. Ich hatte vergessen, dass diese Skype-Konferenz drei Stunden gedauert hat. Entsprechend umfangreich ist das Protokoll, da wir tatsächlich alle Themen, die aktuell sind, durchgesprochen haben. Von wegen ‚lähmende Corona-Pandemie‘! Irgendwie schaffen wir es, dass trotzdem jede Menge läuft.
Gegen 18 Uhr ist das Protokoll per Mail an alle Mitglieder unseres Leitungsgremiums raus und bis zum nächsten Dienstag herrscht in dieser Sache Ruhe. Dann kleben wir abends wieder an unseren Tablets, PCs oder Handys. Ein letztes Mal, hoffentlich! Denn am 19. Mai wollen wieder einmal ‚leibhaftig‘ als Kirchenvorstand zusammenkommen. Beschenkt uns Herr Söder nicht mit überraschend schnellen Lockerungen seiner Vorgaben, werden wir uns an Einzeltischen mit Sicherheitsabstand im großen Saal unseres Thanner Gemeindehauses wiedersehen. In der Art, wie gegenwärtig fast alle Gremien tagen. Doch das wird trotzt des gebotenen Abstands eine schöne Erfahrung werden und ich freue mich auf unser ‚analoges‘ Zusammensein. Schade, schade, schade nur, dass wir das wohl nicht mit der sonst selbstverständlichen Brotzeit verbinden können. Doch der Verzicht im Mai wäre ja ein Grund dafür, sofort nach einer weiteren Lockerung im Juni 🙂 oder spätestens Juli 🙂 eine Grillsession an die Sitzung anzuhängen, bei der wir uns dann nicht nur an der Wasserflasche festklammern müssen. Lieber Kirchenvorstand, was meint ihr dazu? Ich bitte um ein kurzes Stimmungsbild unter der einschlägig bekannten Mailadresse oder per Whatsapp :-).

So, jetzt gehe ich raus und nehme aus dem Pflanztrog vor dem Pfarrhaus noch die längst verblühten Hyazinthen und Osterglocken. Stattdessen setze ich die Goldmarie-Pflanzen in den Trog ein, die bei der Frühlingsblumenaktion unter unserem Spitzen-Arbeitstempo gelitten haben. Dergestalt, dass sie auf die Hälfte oder ein Drittel ihrer ursprünglichen Triebe durch zu schwungvolles Verladen dezimiert wurden. Mal sehen, was liebevolle Pflege noch aus den Pflanzen-‚Stiefkindern‘ macht.

Ich wünsche euch und Ihnen einen guten Start ins Wochenende.

Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr

PFARRAMT

Pfarrerin:
Elfriede Bezold-Löhr

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
09:30 Uhr – 12:30 Uhr
Mittwoch:
12:00 Uhr – 16:00 Uhr
Donnerstag:
12:00 Uhr – 17:00 Uhr

REFERENTIN FÜR KINDER- UND JUGENDARBEIT

Katharina Heß
Mobil: +49 1578 88 65 269
Mail: katharina.hess@elkb.de

PFARRAMT

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Elfriede Bezold-Löhr

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