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Besondere Zeiten. Tagebuch, Seite 9

Samstag. Normalerweise sitze ich am Samstag früh an der Vorbereitung der Sonntagsgottesdienste. In den letzten Jahren fand ich das manchmal wirklich anstrengend – vor allem dann, wenn es an fünf oder sechs Wochenenden in Folge meine Aufgabe war. Oder wenn mir nicht klar war, welches Thema gerade für uns dran ist.

Heute weiß ich, dass ich etwas schreiben muss. Eine Andacht für den morgigen Sonntag. Mir geht sonst vollkommen das Empfinden für diesen Tag als dem ‚Tag des HERRN‘ verloren. Es soll ein besonderer Tag bleiben, auch wenn wir nicht zusammen feiern können.

Also frühstücke ich erst einmal ausgiebig, um nicht durch Hungergefühle vom Denken abgehalten zu werden :-). Dann lese ich die eingegangenen Mails und Whatsapp-Nachrichten. Und lerne – was mich sehr tröstet: Es geht wohl mehreren von uns ähnlich in diesen Tagen. Mal sind wir ‚im Lot‘, können einigermaßen gelassen die neuen Nachrichten hören oder lesen. Ein andermal sind wir deprimiert oder wirklich erschrocken über das, was wir mitbekommen. Es ist ein Auf und Ab. Das ist wohl normal, gehört in eine so tiefe Krisenerfahrung einfach hinein. Wie gut, dass auch ich als Pfarrerin da offen schreiben kann. Es tut mir gut, dass ihr, die ihr meine Tagebucheinträge lest, nicht durchweg Hoffnung und Ermutigung von mir erwartet, sondern dass ich in erster Linie als ‚Elfriede‘ schreiben kann. Und noch besser tut es mir, dass von euch auch Unterstützung und Hilfe für mich ankommt: Ein ausgesprochen fröhlicher Brief in meinem Briefkasten, kreativ und vitalisierend – danke! Ein Link zu Gedanken des Zukunftsforschers Matthias Horx, der mutig und positiv über die Zeit nach Corona nachzudenken wagt – grazie! Manche schicken einfach ein wertschätzendes ‚Echo‘, nachdem sie beim Frühstück meine Gedanken gelesen haben. Merci! Ihr alle motiviert mich, dranzubleiben und weiterzuschreiben.

So lasse ich den Predigttext für morgen durch mich hindurchlaufen. Ich grüble nicht stundenlang, sondern schreibe mehr oder weniger spontan das auf, was mir dazu in den Sinn kommt. Dazu einige Lied-Vorschläge. Gebete und einen Segen. Wie selbstverständlich fügt sich eines zum andern. Nach anfänglichen Mühen mit der ungewohnt fröhlichen Bibellektüre bin ich mehr und mehr überzeugt: Damit macht uns Gott an diesem Wochenende ein Geschenk. Und gibt uns einen Ansatz, wie wir mutig über diese Tage und Wochen hinausschauen können.

Abschließend überlege ich, wie ihr wohl an diese Andacht rankommt, wenn ihr sie lesen wollt. Sehen dürfen wir uns nicht, wir können also nicht direkt miteinander feiern. Aber Michaela, meine PC-Zaubermaus, setzt hier sicher wieder einen gekonnten Link, damit ihr zur Andacht kommt, wenn ihr das wollt. In die Sommersdorfer Kirche habe ich ganz optimistisch auch fünf Ausdrucke gelegt. Vielleicht macht ja jemand morgen Sport und sein sportlicher Spaziergang – allein oder mit der Familie – führt ihn an der Kirchentür vorbei. Dann darf er/sie sich gern im Kircheninneren am runden Tisch bedienen. Da liegt dann übrigens auch ein Grußwort unseres Landesbischofs, das wir als PfarrerInnen an euch weitergeben sollen. Wen es interessiert – auch davon habe ich in unseren beiden Kirchen einige Kopien ausgelegt.

Liebe Leserinnen und Leser, die ihr alle feine Knotenpunkte in unserem Beziehungs-Netzwerk seid: Seid euch sicher, dass uns unser Fundament trägt – unser Vertrauen in Jesus Christus. Liebe Grüße an euch / an Sie. Und nicht vergessen: Zwei Meter Abstand beim Joggen, Spazieren, Einkaufen …..

Ihre / eure Elfriede Bezold-Löhr.

PFARRAMT

Sekretariat
Karin Oberseider

KIRCHENGEMEINDE

Sommersdorf / Thann
Sommersdorf 5
91595 Burgoberbach
Tel.: +49 9805 648
Fax: +49 9805 932 202
Mail: pfarramt@sommersdorf-thann.de
Spendenkonto: DE 71 7655 0000 0008 8247 57

ÖFFNUNGSZEITEN

Dienstag:
10:00 Uhr – 13:00 Uhr
Mittwoch:
11:00 Uhr – 15:00 Uhr
Donnerstag:
11:00 Uhr – 16:00 Uhr

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